Projekt Kompass an der ksb
Das Projekt Kompass hat an der Kantonalen Schule für Berufsbildung hohe Wellen geworfen, viel Verunsicherung ausgelöst und auch für Frust gesorgt. Bildung Aargau hat dieses Thema deshalb mehrfach zur Sprache gebracht und zwei Mal direkt bei der ksb-Schulleitung vorgesprochen.
Das Projekt Kompass, welches an der Kantonalen Schule für Berufsbildung ksb seit einiger Zeit als Pilotprojekt läuft und ab Schuljahr 2026/27 eingeführt werden soll, hat an der ksb für einigen Wirbel gesorgt. Zuerst war nicht ganz klar, was das Projekt genau beinhalte und ob es weniger Lektionen für die Lehrpersonen geben würde. Bezüglich Lektionenzahl konnte rasch Entwarnung gegeben werden. Jedoch verändert sich bezüglich der zu vermittelnden Inhalte für die Lehrpersonen einiges.
«Es droht eine Qualitätseinbusse, wenn plötzlich fachfremde Lehrpersonen einen bestimmten Inhalt unterrichten sollen.»
Der Unterricht soll stärker projektorientiert und selbstorganisiert erfolgen. Die Lerninhalte sollen in den Hintergrund rücken, weshalb von der Projekt- und der Schulleitung angedacht ist, dass sich die Fachorientierung der Lehrpersonen ändern soll. Neu sollen alle Lehrpersonen grundsätzlich alle Fächer unterrichten können/dürfen/müssen. Dies ist ein Paradigmenwechsel zur bisherigen Situation und wird von den spezifisch ausgebildeten Lehrpersonen zu Recht kritisch gesehen. Es droht eine Qualitätseinbusse, wenn plötzlich fachfremde Lehrpersonen einen bestimmten Inhalt unterrichten sollen. Für die Lehrpersonen wiederum droht eine Verarmung ihrer Tätigkeit, wenn die Tiefe abnimmt. Die Lernenden wiederum können sich weniger Orientierungswissen aufbauen, welches die Grundlage für kompetentes Auftreten im späteren Leben ist.
Bildung Aargau hat die Sorgen der Lehrpersonen aufgenommen. Zwar können wir die Überlegungen des Departements BKS und der Schulleitung teilweise nachvollziehen, trotzdem kritisierten wir, dass die Lehrpersonen zu lange im Unklaren gelassen wurden.
«Schliesslich verlangen wir dezidiert, dass für die Lehrpersonen Ressourcen für gezielte Weiterbildungen bereitgestellt werden.»
Schliesslich verlangen wir dezidiert, dass für die Lehrpersonen Ressourcen für gezielte Weiterbildungen bereitgestellt werden. Lehrpersonen, die neue Fächer aber auch neue didaktische Methoden im Rahmen dieses Projekts unterrichten bzw. anwenden, müssen zwingend Weiterbildungen erhalten. Die Spitze von Bildung Aargau hat sich in dieser Frage mehrmals direkt mit der Schulleitung der ksb ausgetauscht.
Ein solches Projekt und die entsprechenden Weiterbildungen gehen deutlich über die natürliche Vor- und Nachbereitung hinaus. Es ist deshalb nicht akzeptabel, dass die Lehrpersonen dies im Rahmen des üblichen Berufsauftrags tun müssen. Bildung Aargau wird dieses Projekt auch im kommenden Jahr im Auge behalten.